24. April 2015

Schuppendach decken mit Trapezblechen

Schaut her was ich gefunden habe:

Noch ein Provisorium ;-) Aber nicht mehr lange...




Anfang der Woche habe ich mir ab Werk in Nürnberg einen Restposten Trapezbleche besorgt. Aber zuerst muss das Provisorium runter. Das ging schnell, denn es waren nur ein paar Schrauben.

Dann die Dachpappe.

Wiederhole bei jedem Nagel, den Du rausziehst den Satz: Ich gelobe nie wieder ein Dach mit Dachpappe zu decken!


Dachpappe klingt so niedlich. Mit Pappmaché haben wir ja schon als Kinder gespielt und auch der Pappkarton ist ne tolle Erfindung.
Dachpappe ist allerdings garnicht so nett und enthielt zumindest früher auch bedenkliche und krebserregende Stoffe.

Sie hält nicht allzulange und muss dann als Sondermüll entsorgt werden. Wikipedia sagt dazu: "Auf Grund der verschiedenen, teils giftigen Stoffe ist bitumenhaltige, aber vor allem teerhaltige Dachpappe ein Sonderabfall und erfordert eine fachgerechte Entsorgung." [Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Dachpappe#Entsorgung]

Bitumen, das was die Pappe letzendlich dicht und witterungsbeständig macht ist ferner ein Erdölnebenprodukt. Also alles andere als ökologisch.

Die etwa 200 Nägel haben mich dann vollends kuriert.

Also, ran an das Trapezblech. :)

Das schwierigste war die Dachrinne. Garnicht so einfach die im richtigen Gefälle zu verlegen, aber mit Geduld und Wasserwaage hat es dann funktioniert.

Die Trapezbleche sind in meinem Fall dünne 0,2mm stark und benötigen eine vollflächige Unterlage. Dickere Bleche kann man auch auf eine Kantholz-Unterkonstruktion schrauben.




Der First ist nicht hübsch, aber funktionial. Dafür habe ich drei Bleche längs mit einer Flex getrennt und über (!) die fertig verlegten Trapezbleche geschraubt.


 
Spezialschrauben mit Dichtscheibe habe ich von der Metallfirma bekommen.
Geschraubt wird immer auf der Erhebung, wie man auf dem Bild oben sieht. Es gibt dafür auch Distanzstücke (alternativ kann man Dachlatten unter der Erhebung verwenden). Ich habe es ohne geschraubt, geht auch.
Die Platten werde immer an einer Erhebung überlappt. Dabei entgegen der Hauptwindrichtung verlegen. Bei mir kommt der Wind auf dem oberen Bild von rechts. Ergo liegt die rechte(re) Platte immer über der linke(re)n.

So schaut's dann fertig aus:


Als ich auf dem Dach fast fertig war, aber noch oben stand, kam von einem Kindergartenkind, das oben auf dem Parkplatz stand (von dem kann man direkt auf das Dach schauen) die Frage: 
"Was machst Du da?" 
Ich: "Ich habe das Dach neu gemacht." 
Kind:  "Warum?"
Ich: "Weil das alte nicht mehr dicht war." 
Kind: "Das neue Dach ist schön."
Ich (innerlich): Jajajaja, freu :-)
Kind: "Es ist rot." 

Alleine dafür hat sich die Erneuerung gelohnt. Es war einfach so süß :-)

Jetzt muss nur noch der Regen kommen. Ich bin derzeit in Woche 5 ohne einen Tropfen...

Servus,
KEF








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