24. Juni 2013

Rankhilfe/Spalier aus Edelstahl-Seil bauen

An der nun mit Holz verschalten Seite hatte ich schon letzten Herbst ein Waldgeißblatt gepflanzt. Dieses benötigte nun noch eine Rankhilfe.
An die Vorderseite möchte ich eine Ramblerrose pflanzen. Dies ist quasi eine sehr hoch werdende Kletterrose, an der die Blüten in Dolden wachsen. Im Herbst trägt sie Hagebutten (als Vogelfutter für die Wildvögel), im Sommer ist sie eine gute Bienenweide. Dabei sollte man, sofern man Bienen, Hummeln & co. Gutes tun will  - wie bei Blumen eigentlich immer -  darauf achten, dass die Blüten ungefüllt sind. Ungefüllt heißt, dass die Blütenpollen frei zugänglich sind. Bei "normalen" Rosen ist dies nicht der Fall.

Nun gibt es diverse Möglichkeiten von Rankhilfen. Holzkonstruktionen, die man aus Dachlatten auch gut selbst bauen kann, Metall, Edelstahl, etc... Wichtig war mir, dass es, einmal montiert, lange hält, also kam eigentlich nur Edelstahl in Frage. Edelkastanie wäre noch eine schöne Variante, dieses Holz ist aber sehr schwer zu beschaffen. Robinie ist auch sehr lange haltbar.

Ich hatte zuerst bei www.fassadengruen.de zwei Ranksysteme bestellt. Diese wurden zwar auch prompt und komplett geliefert, allerdings ist keinerlei Beschreibung oder Montageinforamation bezüglich Abstände und Winkelabmessungen dabei. "Das können sie frei bestimmen.", wurde mir auf meine Nachfrage geantwortet. Also, wieder eingepackt und zurückgeschickt und zu meinem Lieblings-Werkzeug, Schrauben und Nagel-Händler gefahren. Wenn ich frei bestimmen kann, dann kauf ich lieber lokal.
Nach einigem Hin- und Her fuhr ich dann glücklich heim mit einem Sammelsurium an Stockschrauben, Muttern, Dübeln, Seilverbindern und -spannern und 60m Edelstahlseil (2mm).
Stockschrauben sind Schrauben, die zwei unterschiedliche Gewinde haben. Auf einer Seite zum Reinschrauben in zB Holz oder Dübel, auf der anderen Seite ein Gewinde für Muttern.

Montage

Vor der eigentlichen Montage habe ich mir eine Atrappe mit Nägeln und Wollfaden gebaut. Den Faden habe ich nach jedem Meter mit einer Markierung versehen. So konnte ich nach dem Abspannen sehen, wie viel Seil ich brauche, bzw. übrig habe.
Ich kann das Vorgehen nur jedem empfehlen. Man muss mit dem Seil in bestimmter Reihenfolge durch die Halter, um möglichst wenig schneiden und neu verbinden zu müssen.
Das Seil haben ich dann immer von Hand gespannt und zwischen zwei Muttern festgeklemmt.

Anfang mit einer Schlaufe eingehängt
Wenn man die Muttern ein wenig weiter nach hinten dreht, hat man später noch die Möglichkeit davor weiteres Seil zu spannen mit einer dritten und vierten Mutter.

Irgendwo zwischendrin

An der vorderen Giebelseite war bohren und dübeln nötig. Allerdings habe ich festgestellt, dass ich die Dübel der Gerüsthaken wiederverwenden kann. Daher warte ich nun auf meine Gerüstbauer, damit ich die Seite auch fertig stellen kann.



Holz und Begrünung...

... ist eigentlich keine gute Kombination, da das Holz unter den Blättern nicht gescheit abtrocknen kann. Hier sollte man, wenn man es machen möchte, einen großen Abstand zur Wand (10cm) und auf keinen Fall eine immergrüne Pflanze verwenden. Ich hoffe, dass es mit dem Geißblatt funktionert, wenn nicht gibt es immer noch die Gartenschere...

Grüssle,
Karl-Erwin's Rankhilfe



20. Juni 2013

Karl-Erwin bekommt eine neue Mütze - Teil 10 (Dämmung flocken und Fassadenverkleidung)

Die lustigste, wenn auch staubigste Arbeit war das Ausflocken der Hohlräume in Dach und Drempel.


Genialer Name!

Dafür wurde der Zellofant aufbebaut. Die Tonne funktioniert wie ein großes Rührgerät mit Staubsaugergebläse. Durch einen langen Schauch werden die Flocken dann in die Hohlräume geblasen und die Löcher, die vorab in die Pavatex von außen gesägt wurde, dann wieder verklebt. Eine Arbeit von wenigen Stunden. 

An dem Tag habe ich quasi 1,5 Tonnen Zeitung in den Zellofant geschüttet in Säcken zu 15kg. Kein Spaß, aber irgendwie war's auch witzig.


1,5 Tonnen Zeitungsflocken

Letztendlich bestehen die Flocken aus Zeitungen, welche mit Borsalz brandungefährlich gemacht wurden.
So sehen die Zellulose Flocken aus

Die Fassadenverschalung der Nord-West Seite besteht aus 60mm Pavatex-Platten, die mit Dämmstoffdübeln direkt auf die Fassade gedübelt werden. Im Spritzwasserbereich nimmt man statt Pavatex Styrodur-Platten.


Oben Pavatex, unten Styrodur

Auf die Pavatex kommt dann eine Unterkonstruktion aus Kanthölzern und Dachlatten. Darauf dann die Boden-Deckel-Verschalung. Wichtig sind die Tropfkanten am unteren Ende der Hölzer. Diese werden immer (bei allen Holzkonstruktionen) im 30°-Winkel gesägt. Das sorgt dafür das das Wasser am besten abtropfen kann und das Holz nicht beschädigt. Waagerechte Stellen sind mit Blech geschützt. 

30°-Winkel als Tropfkante

Blech an den waagerechten Stellen
Die Hohlräume sowohl am Dach zwischen Pavatex, Lattung und Konterlattung, als auch hinter der Fassadenverkleidung werden mit Lüftungsgittern vor Getier geschützt. Diese Gitter müssen vor dem Verschließen gut gesäubert werden, damit die Luft richtig zirkulieren kann.



Lüftungsgitter

Und so sieht es nun aus.




Und das Dach ist natürlich auch schon fertig. :)



Jetzt geht es noch an die Befestigung eines Ranksystems. Ich hatte zuerst eine fertige Lösung gekauft, die mir dann doch nicht gefallen hat. Jetzt wird es eine Konstruktion aus Edelstahl werden. Mehr dann demnächst zum Nachbauen...

Achja, an dem Tag waren es 39,8°C....

Grüssle,
Karl-Erwin's Dachdeckerin



18. Juni 2013

Der Horror hat einen Namen "Leitungenunterputzlegen"

Es fing eigentlich ganz harmlos an mit ein paar Meter Leitung, einer billigen und schlechten, aber immerhin vorhandenen Schlitz-/Mauernutfräse und einem ähnlich gearteten Baustaubsauger.


Meine erste komplett selbst gesetzte Steckdose
Nach dem Fräsen und Klopfen der Schlitze musste ich wirklich sehr schweren Herzens meine über alles geliebte 50er Jahre Tapete zumindest teilweise entfernen. Hätte ich das mal besser gelassen. Meine Vermutung, dass Karl-Erwin nur von der Tapete zusammengehalten wird hat sich mal wieder teilweise bestätigt.


Da war noch alles bestens
Das was dann kam, nämlich dass ich den kompletten Außenputz im Flur abklopfen musste, war so heute eigentlich nicht geplant gewesen.




Gruselkabinett

Ich bin gerade fertig geworden. Jetzt ist es 22 Uhr, um 7:30 stand ich heute morgen noch im Gemüsegarten und dachte an nichts Böses... 
Und wenn ich daran denke, dass es noch drei Zimmer gibt, die Tapete an der Außenwand haben gruselt es mich noch mehr. Ich werde langsam zu alt für sowas.
Aber scheinbar wollte mich Karl-Erwin mal wieder daran erinnern, dass ich schon lange nichts mehr verputzt habe. So sei es.



Die Sandalen durften mitduschen

11. Juni 2013

Treppendurchbruch

Zwischendurch mal wieder etwas vom Innenausbau.
Da ja nun im Spitzboden die groben Vorbereitungen für ein traumhaft schönes Zimmer fertig sind und die Ausziehtreppe denkbar ungünstig lliegt muss noch eine neuer Durchbruch durch die Decke im 1. Stock nach oben, bzw. von oben nach unten. Bei einer Holzbalkendecke kein großes Problem und in 1 Tag Arbeit erledigt.

Dafür die Decke von unten so absprießen (Das Metallding ist ein Sprieß, der läßt sich reinklemmen und dann per Gewinde in der Höhe feststellen) wie unten. Die Schaltafel (das Brett oeben) ist genau so breit, dass ich rechts und links davon rauskomme. Die Deckenbalken liegen nun quasi links und rechts an der langen Seite der Tafel. Dabei immer das Brett am Sprieß festschrauben oder nageln!!! Dann kann er nicht aus Versehen umfallen und jemanden oder etwas erschlagen.



Von oben am besten vorab einmal grob anbohren und unten schauen wo man rauskommt. 


Suche nach dem Deckenbalken
Dann habe ich mit dem Meißelhammer vorsichtig die waagerechten Schichten abgetragen bis ich am Oberputz der Decke ankam. Das hört man dann auch, denn es klingt hohl. Den Deckenputz kann man dann per Hand wegkratzen/stemmen, dann beschädigt man das Brett darunter nicht.

Da ich nicht genau wusste wie haltbar die Decke ist und der Meißelhammer doch ziemliche Schläge abgibt habe ich mich vorsichtshalber immer über den Stellen wo entweder eine Wand oder ein Dckenbalken darunter waren, bewegt. Bei so einer Aktion kann es schonmal vorkommen, dass etwas wegbricht, was nicht dafür vorgesehen war. Dann ist es besser, man fällt nicht mit einen Stock tiefer.


Das erste Loch nach unten (ein Astloch im Brett)
 Wenn das erste Loch bis auf's Brett mal geschafft ist, lassen sich die restlichen Stücke ganz einfach ausmeißeln.
Immer von außen nach Innen in Richtung Leerraum stemmen, so dass das Material abbrechen kann, sonst tut man sich unnötig schwer.


Feld 1 zwischen zwei Balken geschafft



Nun musst noch ein Wechsel hergestellt werden. Ein Wechsel ist die Querstrebe nach Rausnehmen eines eigentlich durchgehenden Balkens oder Sparrens (im Schrägdach). Im Bild oben wird quasi der mittlere Balken (nach absprießen) durchgeschnitten und dann wieder mit den äußeren Balken mittels Balkenschuhe (Metallvorrichtung zur Befestigung eines Balken) verbunden, so dass die Festigkeit wieder hergestellt ist. Dann habe ich ein etwa 1,40 x 1,50m großes Loch für die spätere Treppe.

Bis dahin verwende ich nun erstmal die alte Bodentreppe, die ich ausgebaut habe.
Eigentlich ist sie viel zu schade für' Lagerfeuer...


Provisorium aus alter Bodentreppe
Einmal mit Leinöl geölt schaut sie wieder richtig gut aus:

Die Optik bekommt man eben nur bei altem Holz

Das war also mein heutiges Plädoyer für mehr Deckendurchbrüche. Hat übriges weniger Staub und Dreck verursacht als ein Wanddurchbruch, da die Steine durch das darunter liegende Brett nicht nach unten fallen konnten.

Grüssle,
KEF

3. Juni 2013

Karl-Erwin bekommt eine neue Mütze - Teil 9 (Dachfenster, Ortgang und Anfang Dämmung)

Hallo,
heute mal wieder nur ganz kurz ein paar Bilder, weil mir schon wieder fast die Augen zufallen. Um 21 Uhr.

Heute haben wir unter anderem die Dachfenster eingebaut und alleine für die Aussicht auf den Sonnenuntergang über dem Maintal und dem Spessart würde ich immer wieder umbauen.


Die Fenster waren's allemal wert!
Die Jungs haben derweil mit der Dämmung der nord-westlichen Giebelwand angefangen. Hierauf werden nun erstmal die 60mm Pavatex gedübelt bevor es mit der Verschalung weitergeht.


Ortgang mit s.g. Hängebrettern

Ich durfte meine Ortgänge eindecken. Dabei habe ich jede Menge wirklich krummer Ziegel in der Hand gehabt von denen ich hoffe, dass ich sie reklamieren kann. Zum Glück habe ich viel zu viele bestellt. Das war aber auch gut so.

Morgen kommt der Flocker und dann werden die Hohlräume im Dach ausgeblasen....

Grüssle,
KEF

1. Juni 2013

Karl-Erwin bekommt eine neue Mütze - Teil 8 (Fassade Streichen und "Sommeranfang")

Ich glaube es gab noch nie um die Jahreszeit so viel Regen. War ja eigentlich klar.
Die angeblich 3 Monate frei bewitterbaren Pavatex halten den Regen zwar aus, aber nur wenn das Wasser ablaufen kann.
An den Stellen, an welche die Dachfenster eingebaut werden kann das Wasser allerdings nicht ablaufe, da dort schon ein Rahmen fixiert und wasserdicht abgeklebt ist. In dieser Fläche steht nun das Wasser und drückt sich teilweise durch. In der Dachschräge im ersten Stock löst sich teilweise nun schon die Tapete. Habe gerade eine Plane über das eine Fenster wo' extrem ist gespannt. Blöd!

Aber das Wetter war perfekt zum Streichen der Fassade mit Kalkfarbe. Achtung: Bitte auf eigene Verantwortung nachmachen - ich weiß noch nicht ob sich die Farbmischung bewährt und ob sie hält.


Kalkfarbe mischen

Bereit stehen Pigmente, hier ein Eisenoxidrot von Kremer (Nummer 48289), Magerquark, Leinöl und mein im Oktober 2012 eingesumpftes Weißkalkhydrat. 
Kalk lässt sich mit maximal 10% Pigment abtönen; nimmt man mehr ist zu wenig Bindemittel enthalten und die Farbe kreidet ab = hält nicht. 
Für die Fassade nur lichtechte Pigmente verwenden. Hier eignen sich am besten natürliche Erden. Blau geht wohl wegen der Lichtunbeständigkeit nicht. Hier müsste man auf Plastikfarbe (= für mich alles handelsübliche) zurückgreifen.

Zuerst wird das Pigment zu einem Brei mit Wasser angerührt. Das Pigment welches ich verwende ist mikronisiert; ich glaube das bedeutet besonders fein gemahlen und lässt sich super klumpfrei verrühren.

"Plastikfarbe" würde ich nicht in meiner Küche anrühren...


Dann kommt zu dem Weißkalksumpf der Magerquark. Durch das Kasein im Quark entsteht Kalkkaseinfarbe. Man nimmt Quark, weil ein hoher Eiweiß- bei einem niedrigen Fettgehalt nötig ist. Es gibt auch Kasein in Pulverform zu kaufen, wenn man das lieber mag, zB bei Kreidezeit.


Die Zutaten

Das Kasein als natürliches Bindemittel sorgt dafür, dass die Farbe beständiger wird, ebenso das Leinöl, das eingerührt wird.

Meine Grund-Mischung ist: 

    • 700g Pigment
    • 7 Liter Kalksumpf
    • 2 EL Leinöl
    • 500g Magerquark
Dies wird dann noch mit Wasser verdünnt, ich fürchte hier habe ich mich allerdings ein wenig verschätzt und zumindest auf der Giebelseite zu dick aufgetragen; also zu wenig verdünnt. Mal sehen....

Schaut doch lecker aus


Auf der Giebelseite habe ich angefangen mit 1:4 und als Zweitanstrich 1:3 (wie gesagt, ich glaube es war etwas weniger Wasser). Die Farbe muss richtig richtig dünn sein und sich eigentlich anfühlen wie Wasser.
Auf der Traufseite habe ich mit reinem, weißen Kalksumpf 1:6 mit Wasser grundiert. Versuchsweise. Ich glaube das war besser.


Anstrich

Unten auf dem Bild sieht man Auswaschungen von der bentonierten Fensterbank. Gleiche Situation am Ortgang. Nachdem ich gestrichen hatte habe ich festgestellt, dass es hier Farbveränderungen beim Kalk gibt. Eigentlich logisch, aber ich hatte nicht daran gedacht. Der Beton hat eine andere Saugfähigkeit als der Kalkputz. Ich glaube das lässt sich ohne eine Plastikgrundierung aber auch nicht ändern und mich stört es nicht sonderlich.

Die Fassade habe ich zuvor abgekärchert und vor dem Anstrich gut vorgenässt. 

Auswaschungen unter der Fensterbank

An der Giebelseite bin ich so verfahren nach dem Erstanstrich einige Stunden zu warten (immer, immer wieder nass spritzen) an der Traufseite habe ich nass-in-nass gestrichen um zu vergleichen was besser funktioniert. Nass-in-nass macht definitiv weniger Arbeit.

Ausgerechnet hier kam die Sonne raus
Das letzte was man beim Anstrich mit Kalk brauchen kann ist Sonne! Dann trocknet die Farbe einfach zu schnell und man kommt mit dem Nässen gar nicht nach. Wenn Kalkfarbe zu schnell trocknet dann hält sie nicht auf dem Untergrund; der Prozess muss langsam gehen.
Am besten streicht man bei um die 10°C, Bewölkung, Windstille und möglichst hoher Luftfeuchtigkeit.

Wird noch ein wenig heller werden

Ich habe jetzt den Giebel und die eine Traufseite 2x gestrichen und warte nun ein paar Tage ab wie sich die Farbe verhält. Am Ende der Baustelle, bevor das Gerüst wegkommt will ich dann noch ein letztes Mal streichen. Dann kann ich auch den Farbton noch ein wenig korrigieren, oder, falls es ganz schief geht, mir etwas anderes einfallen lassen.




Grüssle,
Karl-Erwin's Farbtupfer