11. Juni 2014

Bücher zum Thema Imkern & Bienen (meine Leseliste und Empfehlungen)

Nunja, ich weiß andere können auch lesen und Rezensionen schreiben, aber ich habe nunmal in sehr kurzer Zeit wirklich sehr viele Bücher gelesen und glaube - auch wenn mir dasThema recht neu ist - Vergleiche ziehen zu können, gerade was das Verständnis für den Neuling angeht. 

Hier also mein subjektives Feedback auf meinem Weg von der Nicht-Wisserin zur Imkeranfängerin.

Kleiner Teil meines Lesestoffes

Folgende Bücher habe ich gelesen:

  1. Imkern Schritt für Schritt: für Einsteiger und Jungimker, 2005
  2.  The Practical Beekeeper Volume I, II & II von 2011
  3.  1x1 des Imkerns, 2009
  4. pdf Imkern nach Warré, 2014
  5. Warré - Bienenhaltung für alle pdf, 1948
  6. Imkern in der Stadt, 2011
  7. Imkern rund ums Jahr, 2012 
  8. Natürlich imkern in Großraumbeuten, 2013
  9. Ihr Name ist Apis, 1977
  10. Einfach imkern: Leitfaden zum Bienen halten, 2011
  11. So ziemlich alles auf der Seite der LWG Veitshöchheim (Achtung: Schrecklich unübersichtlich!!)
  12. Vieles hier www.imkerforum.de

Imkern Schritt für Schritt: für Einsteiger und Jungimker, 2005

Hmm, einmal schnell durchgelesen und keine nennenswerten Infos gefunden. Das findet man alles noch recht gut im Web. Braucht man nicht unbedingt. Wirklich Schlechtes kann ich aber auch nicht darüber sagen.


The Practical Beekeeper Volume I, II & II von 2011 

Typisch amerikanisch, ergo recht missionarischer wenn auch netter Schreibstil. Aber leider, leider in der Ausgabe die ich in der Hand hatte eine abgrundtief schlechte Binde- und Druckqualität: Über 50% der Bilder sind quasi nicht erkennbar (und leider auch nicht beschriftet). Die zitierten Texte (leider sehr viele) sind total verpixelt und schlecht lesbar. Schade.

Inhaltlich aber ist es, wenn man sich mal mit der derben Qualität und den vielen Wiederholungen abgefunden hat, wirklich lesenswert. In keinem anderen Buch wird das Thema natürliche Bienenhaltung mit verkleinertem Naturwabenbau und ohne Varroabehandlung so intensiv behandelt. 

Der Autor hat angeblich seit Jahren keine Varroa-Milben mehr. Ob's stimmt......, aber jedenfalls verkauft er mit diesem Wunschtraum vieler Imker vermutlich recht gut seine Bücher. Da ich ja ohnehin ein kleiner Rebell bin und alles anders als Andere machen muss gefallen mir die Inhalte wirklich gut und ich werde bestimmt einiges ausprobieren.

Als Nachschlagewerk allerdings finde ich es weniger geeignet. Hat man das Grundprinzip "kleine Zellen -> kleinere Bienen -> weniger Attraktivität für Madam Varroa" einmal verstanden kommt auch nicht mehr viel. 
 
Dennoch ein lesenwertes Buch, habe es aber nach einmaligem Durchlesen weiterverkauft.



1x1 des Imkerns, 2009

Die Biologie der Biene ist mit schematischen Darstellungen und vielen, vielen guten Bildern erklärt. Außerdem erfährt man einiges zur Entstehung von Honig und Propolis. Zu vielen Themen wird der "Standard" (in diesem Buch) aber ebenso einige Alterativen, zB. zur Fütterung dargestellt. Auch wird nicht nur die klassische Bienebeute erklärt, sondern man bekommt auch verraten, dass es alternative Formen gibt.



Die Überschriften und auch die unterschiedlichen Schriftarten und der Satz machen das Buch leider trotz der vielen Bilder, Schemata und Tabellen etwas unübersichtlich. Insgesamt etwas altbacken. Kosmos eben.
Aber immerhin kennt das Buch schon das Internet und verrät ein paar Adressen im Anhang. 

Für Anfänger aufgrund der vielen guten bildlichen Darstellungen aber durchaus empfehlenswert!

Imkern nach Warré, 2014

Kurz und irgendwie süß schildert der Autor seine ersten Annährungen an die Bienen und ihre Behausungen und all die konfusen neuen Begriffe. 

Das sollte man als allererstes lesen wenn man mit Bienen anfangen möchte. Es nimmt einem ein wenig die Angst vor dem vielen Neuen und macht klar, dass es anderen genauso geht. 
Lesen!


Warré - Bienenhaltung für alle

Absolut liebevoll bringt uns Émile Warré seine Bienen näher. Man spürt förmlich die unglaubliche Anziehungskraft, welche die Bienen auf ihn ausgeübt haben müssen und möchte ihnen sofort gerne ebenso verfallen. 
Prinzipiell geht es natürlich um die Warré-Beute und ihre Betriebsweise, aber irgendwie liest man dann doch viel, viel mehr. 
Ein wenig philosophisch und echt schön. 
Auch lesen!

Imkern in der Stadt, 2011

Nach einer kurzen Einführung in die Biologie der Biene gibt es erfolgreiche Beispiele aus Bienenhaltungen in einigen deutschen Städten. 
Die Pollenvorkommenübersicht aus Hamburg ist interessant. 
Die Idee seine Bienen auf dem Friedhof aufzustellen finde ich ziemlich cool, endlich mal eine sinnvolle Verwendung des Platzangebotes - wenn die Leute nun auch noch was Sinnvolles dort pflanzen würden...
 

Bei Beutentypen wird nur auf den Standard eingegangen (irgendeine DN- oder Zanderbeute, ich glaube es wird garnicht erwähnt welche genau). 

Die Bilder sind größtenteils sinnfrei und lieblos zusammengestellt (Kind mit Biene, Blumen, Blumen im Autorückspiegel, ein Baum, ...) und tragen absolut nichts zum Verständnis bei. Hübsch sind sie leider auch nicht. 

Ein paar Tipps zum rechtlichen Rahmen der Bienenhaltung gibt es noch. 
Naja, braucht man nicht und trägt nicht dazu bei, dass ich die Bücher des Kosmos-Verlags nun mehr mag.

Imkern rund ums Jahr, 2012 

Hier geht es gleich los. Kein Einführungsblock. Kein Anfängerbuch. Aber ein nettes Add-On zu anderen Büchern um sich einen Überblick zu verschaffen wann man in etwa welche Tätigkeiten im Jahr durchführen sollte.
 

Auf einzelne Beutentypen oder Betriebsweisen wird nicht eingegangen, aber das ist eben auch nicht Thema des Buches. Ist eher eine Art Kalender mit Text drumrum. Kann man mal durchblättern, kaufen würde ich es nicht.
Für ein Buch von 2012 definitiv zu wenig Verweise auf das Internet, nämlich garkeine und es kommt insgesamt ziemlich altbacken daher.

Natürlich imkern in Großraumbeuten, 2013

Mein Lieblingsbuch - habe mir immerhin eine Dadant-Beute bestellt.


Man wird gleich zu Anfang mit perfekten Grafiken begrüßt - das macht Lust auf Mehr. Diese wirklich gute übersichtliche Darstellung der Inhalte zieht sich durch das ganze Buch hindurch. Die Grafiken sind tiptop, die Bilder ebenso.
Spezielle Tipps werde in extra-Kästen hervorgehoben, es gibt direkt Verweise auf das Internet mit weiterführenden Informationen, z.B. zum Schwarmfangrohr.

Auch auf die Möglichkeiten mit einer anderen Bienenrasse als der Carnica zu imkern geht die Autorin ein. In sonstigen mir bekannten Büchern wird dieses bitterböse Thema der Imkerein konsequent totgeschwiegen - bloß keinen Neuling auf "dumme Gedanken" bringen.

Natürlich steht auch in diesem Buch nicht alles drin, aber das was enthalten ist, finde ich prima. Auf jeden Fall eines der Bücher, welches einen echten Mehrwert bringt und Dinge erklärt, die ich in keinem anderen Buch entdecken durfte: Puderzuckermethode, Wabenhonig in Gläsern bauen lassen.... Außerdem hat hier endlich mal eine Frau ("Wie, die dürfen schon imkern?") ein Buch geschrieben! Must-Have!

Ihr Name ist Apis, 1977 


Einfach eine wunderschöne kleine Bettlektüre mit ganz viel Geschichte zur Bienenhaltung. 


Man darf Bilder und Kunstgegenstände mit Bienen bestaunen und erkennt wie wichtig die Bienen seit Jahrtausenden - und auch wie eng sie mit den Menschen verknüpft - sind. Schön und gebraucht recht günstig erhältlich. Ich bin froh es gelesen und angeschaut zu haben.

Einfach imkern: Leitfaden zum Bienen halten, 2011

Beim Liebig gehen die Meinungen stark auseinander und auch ich bin zwiegespalten. Ja, es ist ein Standardwerk, es ist so ziemlich alles an konventionellen Methoden enthalten und nein: Es gibt keine Alternativen zu dieser Art der Bienenhaltung. Nein, nein, nein! ;-)
 

Begrüßt wird man dann auch ganz ordentlich mit dem Vorwort zur dritten Auflage. Es folgen weiter Seiten mit ... dem Vorwort zum zweiten und .... genau, zur ersten Auflage.

Dann geht es gleich weiter mit viel Text. "Bienen könne stechen" heißt die folgende Überschrift, Nunja....

Aber, die 91 Farbfotos sind sinnvoll (bis vielleicht auf die windschiefe Beute auf Seite 14) und helfen dem Anfänger wirklich einiges an Verständnis aufzubauen. Warum man heute allerdings noch in einer Auflage von 2011 Magazinbeuten als "moderne" Beuten vorstellen und mit den "immer noch weit verbreiteten" Hinterbehandlungsbeuten vergleichen muss, ist mir ein Rätsel. Den Platz hätte man nutzen können um echte alternative Beuten vorzustellen, aber Alternativen lernen wir in diesem Buch eben keine kennen. So wird's gemacht und basta. Ein Ton der mir persönlich nicht zusagt.

Ansonsten ist aber wirklich viel Input in dem Buch, vor allem das Kapitel Krankheiten eignet sich dann doch mal zum nachschlagen. Dafür könnte man dann allerdings auch ein Spezialwerk über Bienenkrankheiten kaufen. 

Dennoch meine ich, dass das Buch hilfreich zum Nachschlagen ist. Jedenfalls endlich mal ein Buch mit Glossar. 
Außerdem hilft es die Älteren, die wirklich noch die Zander- und DN-Beute als "modern" kennengelernt haben, und ihre Einstellungen und Betriebsweisen am Rande zu verstehen.
Kaufen, aber weiter in formieren und hinterfragen!

Fazit

Es tut mir leid, aber es gibt nicht DAS Bienenbuch für Anfänger. Jedes Buch, jeder Artikel und natürlich auch jedes Video fügen ein Puzzleteilchen zum "Abenteuer Imkern" hinzu. 
Ich finde es macht in jedem Falle unbedingt Sinn Einiges zu lesen und danach in die Praxis mit verschiedenen Imkern und Betriebsweisen einzusteigen. Jeder weiß eben irgendetwas anderes und wenn man schon theoretisches Vorwissen hat kann man einfach bessere Fragen stellen.

Ich hatte viele Bücher aus der - zugegeben recht gut sortierten - Stadtbücherei Würzburg. Einiges gekauft und wieder verkauft, ein paar Bücher behalten. Auch Imkervereine bieten machmal Bücher zum Verleih an und das Internet bietet ja nun wirklich viel, viel Info. Für alle die des Englischen mächtig sind empfiehlt es sich auch dort nachzulesen. Gerade zu den Top-Bar Hives gibt es leider viele Bücher und Infos nur auf englisch.

Ich hoffe die kleine Übersicht hilft Euch ein wenig durch den Bücherdschungel.

Grüssle,
KEF


Keine Kommentare:

Kommentar posten