19. Mai 2014

Bau einer Pergola, bzw. zweier Pergolas (Pergolae, Pergolaen?)

Wenn ich zum Bau, bzw. zur Herstellung von Sachen auch nur halb so viel Zeit brauchen würde, wie die Zeit in der ich darüber nachdenke WIE ich es mache, dann würde ich nie fertig werden.

Die Pergola (Ranküberdachung für die Terrasse) war wieder so ein typisches Beipspiel. Ich will schon seit Monaten das Kantholz an die Wand schrauben und habe mich erfolgreich davor gedrückt. Dann lag das Bauholz aber so lange im Weg rum (es wuchs schon Gras darüber), dass ich mich doch noch aufgerafft habe.


Kantholz an der Wand, hier schon mit dem ersten Sparren


Am Ende war das ganz in etwa 8 Stunden Arbeitszeit erledigt. Und, nein, man braucht keine zweite Person zum festhalten wenn man Schraubzwingen hat ;-)



Dein bester Freund wenn weitere Hände fehlen: die Schraubzwinge


Also, ganz einfaches Vorgehen:


  1. Kantholz, als Firstpfette, an die Wand
  2. Einschlaghülsen für die Trägerpfosten eingeschlagen.
  3. 6x8 Hölzer unten auf 6x7 ausgestemmt (die Hülsen haben ein Innenmaß von 7x7cm)
  4. Dachlatte mit Schraubzwingen etwas unter der Höhe der Sparrenauflage gut festgeschraubt
  5. Sparren aufgelegt, richtige Höhe und Neigung oben an den Pfosten angezeichnet. Man kann das bestimmt auch ausrechnen und vorplanen. Aber da ich darin echt schlecht bin, mache ich es lieber praktisch, auch wenn es etwas länger dauert. Wenn die Konstruktion dann so ausschaut wie unten auf dem Bild, alles wieder abbauen (bis auf den Träger an der Wand natütlich) und die Pfosten und Sparren auf richtige Länge und Neigung sägen. Danach die Pfosten richtig rum (!) wieder in die Einschlaghülsen stellen ;-)
Kostruktion zum abmessen und anzeichnen
6. Die Sparren kann man an der Stelle wo sie auf der Firstpfette aufliegen noch ein Stück ausklinken. Das geht am schnellsten und einfachsten mit einer guten Japansäge (ich liebe meine!), Beitel und Klüpfel (den man sich aus einem Stück Buchenbrennholz selbst schnitzen kann). Ist wirklich schnell gemacht und die Sparren liegen schöner auf. Außerdem schaut's dann auch ein bisschen professionell aus.

7. Sparren auf den Pfosten und der Firstpfette festschrauben, dabei schonmal die Pfosten in der vorne-hinten Richtung ins Wasser stellen (also mit einer Wasserwaage gerade ausrichten). Die rechts-links-Ausrichtung kommt erst ganz zum Schluß.

8. Jetzt kommt das "Schwierigste". Man muss sich entscheiden wie man das Dach gestaltet. Ich habe mich für eine Querkostruktion aus Dachlatten entschieden. Man hätte hier genauso stärkere Kanthölzer 6x8 nehmen können.
Also Dachlatten auflegen und verschiedene Muster basteln. Dabei ein Bier trinken und erstmal drüber schlafen....



Gerade oder...

... diagonal

9. Der nächste Morgen. Ich habe mich für diagonal entschieden. Mit dem Festschrauben der vordersten Latte richtet man nun auch die Pfosten recht-links gerade aus. Das ist, zugegeben, alleine bissl schwierig weil irgendwas sich immer verschiebt. Aber es geht. 

 


Der Rest ist dann einfach. Ich habe nach der vordersten Latte die Strecke auf den Sparren einfach immer halbiert, so dass es halbwegs symetrisch wird.

10. Am Ende kommen noch Streben zur Stabilisierung rein. Diese setzt man normalerweise an die Außenseite. Da ich mit einer Sparrenlänge von 3,90m aber einen recht großen Abstand habe, setze ich die Streben eben nach innen. Ich kann mir den Kopf nicht stoßen, ich bin zu klein.


Auch hier wieder die dranhalten-anzeichnen-sägen-schrauben Methode

Und dann war's auch schon fertig. Jetzt muss nur die Kiwi anfangen zu wachsen.




Achja, ich gebe zu, dass ich ein paar Tage vorher erstmal im "Kleinen" geübt habe...


Übungsobjekt: Rankhilfe für meine beide Veilchenblau-Rambler Rosen

Eigentlich sind die Bauvorhaben im Garten damit abgeschlossen. Zumindest hatte ich mir nicht mehr vorgenommen für dieses Jahr, aber mir fällt bestimm noch was ein.

Servus,
KEF


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