7. November 2013

Natursteinmauerwerk im Sockelbereich freilegen

Die für mich neuen Themen werden bisher noch nicht weniger. Auch nach bald 3 Jahren nicht.



Der Sockelbereich von Karl-Erwin ist, typisch für die Region hier, aus rotem Sandstein gemauert.

Dieser Sockelbereich ist in etwa 70cm hoch (schätze ich, habe noch nicht weiter nach unten gegraben) und noch zum Teil verputzt; am anderen Teil hatte schon der Zahn der Zeit genagt. 
Verputzt war allerdings nicht mit (reinem) Kalkputz sondern in jedem Fall mit einem Putz, der einen hohen Zementanteil hatte. Das macht meines Wissens auch Sinn, da der Kalkputz sonst das Wasser hochziehen und dann irgenwann vermutlich auffrieren würde.

Nun stellten sich mir die Fragen:
  • Sockelputz gescheit erneuern?
  • Oder freilegen?
  • Drainage ja oder nein?
  • Kiesstreifen ums Haus?

Ich habe mich, nachdem ich mal wider viele widersprüchliche Aussagen gefunden habe, für Folgendes entschieden
  1. Sandsteinsockel freilegen, denn Sandstein muss atmen können. Da er bei mir auch nicht der vollen Witterung oder Schlagregen ausgesetzt ist, sollte er sich auch hoffentlich nicht nach und nach auflösen, was wohl durchaus (Stichwort saurer Regen) passieren kann. Diversen angebotenen Versiegelungen für Naturstein sind mir unsympatisch.
  2. Keine Drainage, denn eine Drainage muss - wenn sie denn verlegt wird - auf Sockelhöhe des Fundaments gelegt werden. Dies hätte bedeutet, min. 2,5m aufzubaggern. Auch ist diese Seite um die es geht (quasi in bergab Richtung) nicht so stark von Nässe aus dem Boden betroffen wie die gegenüberliegende Seite auf welcher das Wasser im Untergrund bei tagelangem Dauerregen schonmal reindrückt und selbst dort ist es vertretbar.
  3. Kein Kiesstreifen, der ist prinzipiell nur dafür da das Wasser - sofern es für eine Drainage bestimmt ist - vorzufiltern und als Spritzschutz für den Sockelbereich bei Regen. Stattdessen kann man aber genausogut Rasen oder einen anderen Bodendecker pflanzen. Es geht ja nur darum, dass die Erde bei Regen nicht gegen die Fassade spritzt.

Entsprechend habe ich nun zuerst einen hoffentlich geraden Strich mit Kreide gezogen und dann mit der Flex einen Schlitz in den Putz gefräst. Danach geht das Abschlagen mit der "Hilti" recht einfach.




Ob dann die Kante unterhalb vom Putz so eine Art Tropfkante braucht, oder ob man sie einfach beim Verfugen beiputzt muss ich noch rausfinden. Das kann ich mir ja bei anderen Häusern abschaun.

Schaut eigentlich hübsch aus
An einer Stelle habe ich etwa spatentiefe aufgegraben um zu sehen ob weiter unten noch etwas wie Außenputz, Sperrschicht etc kommt. Es sieht aber so aus als hätte ich nur ein paar Mäuseunterschlüpfe freigelegt.



Das ist jedenfalls eine schöne Drecks- und Staubarbeit zwischen Büro und Dusche gewesen ;-)

Tschüssle,
KEF

Kommentare:

  1. Hallo! Ich bin hier schon länger stiller Mitleser. Bisher finde ich alles super was du so mit deinem Haus angestellt hast, aber den Sockel freizulegen halte ich für bedenklich. Da ich aber auch nich vom Fach bin empfehle ich dir mal diesen Aufsatz, der Herr hat Ahnung (-: Link: http://ingenieurbüro-böttcher-asl.de/mediapool/88/885822/data/Beispiele_aus_der_Sanierung_von_Natursteinmauerwerk.pdf

    Grüße
    A.

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    1. Hallo, das ist ein super Dokument, danke. Nach einem groben Querlesen scheine ich doch alles richtig zu machen. Ganz wichtig ist die richtige Wahl des Fugenmörtels, der nach einer Faustregel immer weicher sein muss als der Stein, aber soweit bin ich noch nicht. Will erst noch ein paar cm aufgraben um zu schaun, ob unter der Erdeoberfläche auch noch was verputzt ist, oder nicht. :)

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