1. Juni 2013

Karl-Erwin bekommt eine neue Mütze - Teil 8 (Fassade Streichen und "Sommeranfang")

Ich glaube es gab noch nie um die Jahreszeit so viel Regen. War ja eigentlich klar.
Die angeblich 3 Monate frei bewitterbaren Pavatex halten den Regen zwar aus, aber nur wenn das Wasser ablaufen kann.
An den Stellen, an welche die Dachfenster eingebaut werden kann das Wasser allerdings nicht ablaufe, da dort schon ein Rahmen fixiert und wasserdicht abgeklebt ist. In dieser Fläche steht nun das Wasser und drückt sich teilweise durch. In der Dachschräge im ersten Stock löst sich teilweise nun schon die Tapete. Habe gerade eine Plane über das eine Fenster wo' extrem ist gespannt. Blöd!

Aber das Wetter war perfekt zum Streichen der Fassade mit Kalkfarbe. Achtung: Bitte auf eigene Verantwortung nachmachen - ich weiß noch nicht ob sich die Farbmischung bewährt und ob sie hält.


Kalkfarbe mischen

Bereit stehen Pigmente, hier ein Eisenoxidrot von Kremer (Nummer 48289), Magerquark, Leinöl und mein im Oktober 2012 eingesumpftes Weißkalkhydrat. 
Kalk lässt sich mit maximal 10% Pigment abtönen; nimmt man mehr ist zu wenig Bindemittel enthalten und die Farbe kreidet ab = hält nicht. 
Für die Fassade nur lichtechte Pigmente verwenden. Hier eignen sich am besten natürliche Erden. Blau geht wohl wegen der Lichtunbeständigkeit nicht. Hier müsste man auf Plastikfarbe (= für mich alles handelsübliche) zurückgreifen.

Zuerst wird das Pigment zu einem Brei mit Wasser angerührt. Das Pigment welches ich verwende ist mikronisiert; ich glaube das bedeutet besonders fein gemahlen und lässt sich super klumpfrei verrühren.

"Plastikfarbe" würde ich nicht in meiner Küche anrühren...


Dann kommt zu dem Weißkalksumpf der Magerquark. Durch das Kasein im Quark entsteht Kalkkaseinfarbe. Man nimmt Quark, weil ein hoher Eiweiß- bei einem niedrigen Fettgehalt nötig ist. Es gibt auch Kasein in Pulverform zu kaufen, wenn man das lieber mag, zB bei Kreidezeit.


Die Zutaten

Das Kasein als natürliches Bindemittel sorgt dafür, dass die Farbe beständiger wird, ebenso das Leinöl, das eingerührt wird.

Meine Grund-Mischung ist: 

    • 700g Pigment
    • 7 Liter Kalksumpf
    • 2 EL Leinöl
    • 500g Magerquark
Dies wird dann noch mit Wasser verdünnt, ich fürchte hier habe ich mich allerdings ein wenig verschätzt und zumindest auf der Giebelseite zu dick aufgetragen; also zu wenig verdünnt. Mal sehen....

Schaut doch lecker aus


Auf der Giebelseite habe ich angefangen mit 1:4 und als Zweitanstrich 1:3 (wie gesagt, ich glaube es war etwas weniger Wasser). Die Farbe muss richtig richtig dünn sein und sich eigentlich anfühlen wie Wasser.
Auf der Traufseite habe ich mit reinem, weißen Kalksumpf 1:6 mit Wasser grundiert. Versuchsweise. Ich glaube das war besser.


Anstrich

Unten auf dem Bild sieht man Auswaschungen von der bentonierten Fensterbank. Gleiche Situation am Ortgang. Nachdem ich gestrichen hatte habe ich festgestellt, dass es hier Farbveränderungen beim Kalk gibt. Eigentlich logisch, aber ich hatte nicht daran gedacht. Der Beton hat eine andere Saugfähigkeit als der Kalkputz. Ich glaube das lässt sich ohne eine Plastikgrundierung aber auch nicht ändern und mich stört es nicht sonderlich.

Die Fassade habe ich zuvor abgekärchert und vor dem Anstrich gut vorgenässt. 

Auswaschungen unter der Fensterbank

An der Giebelseite bin ich so verfahren nach dem Erstanstrich einige Stunden zu warten (immer, immer wieder nass spritzen) an der Traufseite habe ich nass-in-nass gestrichen um zu vergleichen was besser funktioniert. Nass-in-nass macht definitiv weniger Arbeit.

Ausgerechnet hier kam die Sonne raus
Das letzte was man beim Anstrich mit Kalk brauchen kann ist Sonne! Dann trocknet die Farbe einfach zu schnell und man kommt mit dem Nässen gar nicht nach. Wenn Kalkfarbe zu schnell trocknet dann hält sie nicht auf dem Untergrund; der Prozess muss langsam gehen.
Am besten streicht man bei um die 10°C, Bewölkung, Windstille und möglichst hoher Luftfeuchtigkeit.

Wird noch ein wenig heller werden

Ich habe jetzt den Giebel und die eine Traufseite 2x gestrichen und warte nun ein paar Tage ab wie sich die Farbe verhält. Am Ende der Baustelle, bevor das Gerüst wegkommt will ich dann noch ein letztes Mal streichen. Dann kann ich auch den Farbton noch ein wenig korrigieren, oder, falls es ganz schief geht, mir etwas anderes einfallen lassen.




Grüssle,
Karl-Erwin's Farbtupfer





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