5. August 2015

Seltenes Gemüse: Die Artischocke (Cynara scolymus)

Erster Teil einer neuen Reihe meines Blogs:

Seltene Gemüsesorten. Oder zumindest solche, die ich noch nicht oder noch nie in anderen Gärten gesehen habe.

Seit fast 1,5 Jahren päppel ich nun schon meine Artischockenpflanze. Aufgezogen aus einem Saatkorn der Sorte "Green Globe". Und nun endlich, nach einem Winter im Strohmantel, blüht sie.




Doch, doch, ich esse schon sehr gerne Artischocken. Allerdings kann der kurzfristige Genuss des Verspeisens den täglichen Genuß der Blüte und der vielen Insekten, die sich an ihr laben, niemals wettmachen. Außerdem möchte ich ja noch Saatgut sammeln.

Schwarze Holzbienen im Artischockenrausch

Nachdem der Muskatellersalbei - für den ich auch eine ganz, ganz große Empfehlung aussprechen möchte (Zier-, Duft-, Gewürz-/Tee-, Räucherpflanze und Bienenweide) - verblüht ist, habe sich die schwarzen Holzbienen (
Xylocopa violacea) nun die Artischocke als nächste Weide ausgesucht.



Die Insekten sind relativ scheu und fanden das Objektiv meiner Kamera anfänglich sehr suspekt. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich nah genug rankam. Und dann war meißt auch nur der Bienenpopo zu sehen, weil die Zunge in der Blüte steckte ;-)


Die Holzbiene ist die größte heimische (!) Bienenart und gilt als gefährdet bis stark gefährdet. Zum nisten benötigt sie Totholz, idealerweise auf Streuobstwiesen, das leider immer weniger zu finden ist. 
Wer ihr helfen will, und nicht selbst Obstbäume pflanzen kann, trinkt Apfelsaft von eben diesen Streuobstwiesen. Es gibt mittlerweile Produzenten, die diesen speziell ausweisen.

Anbau

Die Artischocke mag es warm. Ich habe teilweise gelesen, dass man sie über Winter ausgraben und einlagern soll. Da sie eine bis zu 2m lange Pfahlwurzel - wie alle Distelverwandten hat - stelle ich mir dies etwas mühsam vor.
Bei mir hat sie den letzten Winter (bis ~ -15°C) unter Stroh gut überstanden. 

Im Frühsommer war sie von Läusen übersäht, wie fast alles im Garten. Die Läuse habe ich einfach mit einem starken Wasserstrahl abgebraust und die Pflanze mit Wermutjauche eingesprüht. 

Geernet werden die Blütenknospen - wenn man sich das Schauspiel der Blüte entgehen lassen will ;-)

Grüssle,
KEF

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