30. Juni 2015

Hofdach Teil 1 - Unterkonstruktion aus Holz stellen

Ich hatte das dringende Bedürfnis mal wieder etwas anderes in der Hand zu haben als Backsteine, Betonsteine und Klinkersteine.
Und außerdem wollte ich endlich damit aufhören darüber nachzudenken, wie ich denn nun dieses Vordach im Hof doch noch anders konstruieren könnte.

Kurzum: Ich habe das Holz geholt, bzw. gebracht bekommen - vielen Dank an meine Lieblingsholzlieferanten, Ihr seid die Besten - einen Abend mein Köpfchen angestrengt, gezeichnet und gerechnet und am nächsten Morgen dann einfach angefangen.




Verbautes Material:
- 3 Pfosten aus Kantholz 10x12
- Pfetten aus 8x10
- Sparren aus 6x8 
- eurotec Schrauben 140er und 160er, s.u.
- Winkel für die Sparrenbefestigung
- 3x Pfostenfüße, verstellbar 10x10er Platte


eurotec Schrauben

Zu den eurotec Schrauben: Ja, es gibt eine Alternative zu Spax-Schrauben. Mir wurde eurotec von meinem Schraubenfachhändler empfohlen. Sie sind um einiges günstiger als Spax, haben ein steileres und schärferes Gewinde und sind daher nicht für Dübel geeignet. 
Der einzige echte Nachteil, den ich bisher feststellen konnte war, dass die Verpackung um Welten schlechter ist und gerne mal auseinander fällt. Ich gestehe, dass ich meißt in alte Spax-Packungen umpacke. Das könnte noch verbessert werden. Sonst bin ich mit ihnen sehr zufrieden.
Es ist übrigens auch ein deutscher Hersteller.

Vorbereitung und Aufbau 

Endlich kam mein kleiner Maschinenpark fast komplett zum Einsatz. Ich habe mich selbst erschrocken, wieviele Geräte ich mittlerweile habe.

Die drei Pfosten habe ich gehobelt und dann mit der Oberfräse eine runde Kante gefräst. Mal was anderes als eine 45° Phase mit dem Hobel.




Die drei Pfostenfüße sind mit großen Dübeln und Schloßschrauben im Boden befestigt. 



Ich habe hier lieber einmal zuviel kontrolliert, dass sie exakt auf einer LInie stehen.

Dann habe ich die Gegenstücke unten in die Pfosten verschraubt. Die Platten sind etwas groß, daher kamen je noch 2x 160er Schrauben mit Beilagscheiben rein.

Dann die Pfosten in die Füße geschraubt und mit der Wasserwaage ausgerichtet. Zur Fixierung der Position haben sich Dachlatten, die mit Schraubzwingen an den Pfosten fixiert werden, bewährt. 

Im Hintergrund sieht man die Firstpfette, die in die Wandbretter verschraubt ist. 
Ich musste die Firstpfette aus drei, die Fußpfette aus zwei Kanthölzern zusammensetzen, da das Holz nicht für die 7m gereicht hat.
Dafür habee ich Überblattungen aus dem Holz gestemmt. Die sind zwar nicht 100% ordentlich geworden, aber für meine Zwecke ausreichend.


Man kann nie genug Schraubzwingen haben


Die Fußpfette unten im Bild ist direkt über dem mittleren Pfosten auf 15cm überblattet. In die Pfosten ist sie mit 160er Schrauben verankert.


Die Sparren sind vorbereitet. Hier unbedingt obendrauf hobeln, da hier evtl. später weiß getrichen, bzw. ein Silberklebeband verklebt werden muss. Dies verhindert später einen Hitzestau bei den Stegplatten.
Die Profile für die Platten sind 60mm breit. Ich hätte es also eigentlich nur an den beiden äußersten Sparren machen müssen. Dort werden die Platten ohne Profile direkt in die Sparren geschraubt. Würde man die Sparren auf der Oberseite nicht behandlen (hell/reflektierend), würde die Kammer durch das dunkle Holz darunter zu heiß werden und die Platte könnte beschädigt werden.

(Es gibt allerdings auch ein anderes System mit Abschlußprofilen. Hier braucht man dann auch bei den beiden äußeren SParren den gleichen Abstand!)


Fast fertig. Es fehlen noch die Knaggen. Das sind die diagonalen Verstrebungen zwischen Pfosten und Fußpfette.



Scheinbar wurde man schon vom Zuschauen müde. Es war aber auch wirklich sehr, sehr warm. Abends durfte ich dann noch die Wohnung putzen. Die Hunde fanden es unglaublich toll eine Weile in den Sägespänen zu liegen und dann ins Haus zu laufen ;-)


Ich habe summa sumarum etwa 12 Stunden gebraucht. Inkl. Aufräumen.
Die Stegplatten sind bestellt. Das wird dann nochmal spannend.

Es ist eigentlich nicht schwierig gewesen. Einzig bei den Abständen muss man etwas rumrechnen. 
Die Stegplatten sind meißt 980mm breit. Sie werden aber mit Spiel verbaut, da sie sich bei Wärme ausdehnen. Abstand der Profile Mitte-Mitte muss daher 1010mm betragen. 
Das heißt bei 60mm Sparrenbreite muss man die Sparren mit einem Abstand von untereinander 950mm verbauen. Bis auf die beiden äußersten, wenn man hier wie ich, die Platten einige cm überstehen lassen möchte. 

Jetzt im Nachhinein ist das ja alles logisch, aber am Abend vorher war mir das spontan nicht so klar.
Ich musste mir das alles aufzeichen bis ich es wirklich verstanden hatte. Aber dafür bin ich ja auch kein Profi ;-)


Grüssle,
KEF


Keine Kommentare:

Kommentar posten