24. Oktober 2012

Weißkalkhydrat....

Nachdem ich bisher einen recht teuren Kalkputz verwendet hatte, wollte ich nun im Gegenzug mal die günstige Variante versuchen.

Nach öfterem Nachfragen und erklären bei den lokalen Baustoffhändlern habe ich auch tatsächlich Weißkalkhydrat in Säcken bestellen können. Man muss dabei scheinbar ein wenig mit den Begriffen wie Löschkalk, Weißelkalk, Kalkhydrat, Weißkalk, CL90, Stallkalk, Ca(OH)2 und "sollte um die @5,- pro Sack kosten" um sich werfen; bei mir kamen zuerst überall Absagen und dann irgendwann "ach, das meinen sie....! "

Zwei der vier Säcke habe ich eingesumpft, also in Fässer mit Wasser eingerührt und diese stehen jetzt (wichtig: frostfrei!) so lange rum bis ich sie brauche. das einsumpfen soll die Qualität heben. Schaden tut es jedenfalls nicht und die Verarbeitung zur Farbe ist dann auch weniger aufwendig, da man ja schon vorgemischt hat.
Die andere beiden Säcke hebe ich auf für Mörtel, Putz, etc...
An meinem Kamin habe ich mit einer 1:4 Kalk:Sand Mischung einen Stein eingemörtelt. Hält bombig und lässt sich auch nicht anders verarbeiten als das teure Zeug. Ich denke es ist einfach nicht ganz so "bio" und entspricht nicht den Denkmalschutzrichtlinien, aber für den Hausgebrauch glaube ich taugt es allemal.



Einen Teil des eingesumpften Kalkes habe ich nach 14 Tagen an der Fassade getestet. 1:4 mit Wasser gemischt und dann drauf los gepinselt. Schaut ein wenig aus wie im Urlaub ;)




Ich werde jetzt sehen, wie gut das Ganze über den Winter hält. Es kreidet ein wenig nach, denn eigentlich sollte man den Aufbau mit einer höheren Verdünnung mit Wasser (siehe Posts vom Streichen mit Kalk von innen) anfangen, aber macht insgesamt einen super Eindruck.Das Bad werde ich damit auch noch streichen, denn dafür war ich bisher zu faul, aber ein wenig mehr Helligkeit wäre schon schön.

Ansonsten habe ich noch ein wenig an meiner Treppe betoniert. Jetzt fehlt noch die vorletzte Stufe.


Und mal wieder an den Fenstern gewerkelt mit meinen neuen Ziehklingen (<- super Werkzeug, kann ich schwer empfehlen!). Ein Fenster werde ich jetzt erstmal nur innen - da außen noch genügend Leinöl für den Winter aufgebracht ist - mit Standölfarbe streichen. Die Beschläge möchte ich sichtbar lassen - auch die lassen sie mit der Ziehklinge gut von den letzten Resten alten Lackes befreien..


Und nebenbei gibt es noch jede Menge Pilze in den heimischen Wäldern, die es zu sammeln und zu trocknen gilt. Zum Glück ist es schon kalt genug um den Kaminofen zumindest teilweise anzuschüren. Der hat dieses JAhr noch einen Warmlufttauscher als Aufsatz bekommen. Dieser soll ein wenig Luftzirkulation und hoffentlich so insgesamt mehr Wärme bringen.


Herbstliche Grüße,
Karl-Erwins-Frau

 

Kommentare:

  1. Hallo, war da nicht irgendwas mit Quark (Casein), der die Farbe etwas fester und Leinöl, das die Farbe wischfester macht?!

    Ahja, da haben wir es:
    3-4 kg Sumpfkalk, einen Liter Milch und zwei Becher Quark für ca. 50qm.
    Zwei Esslöffel Leinöl um es wischfester zu machen und 40 g Borax (aus der Apotheke) gegen Schimmel. Auch Schmalz oder Schmierseife (200 g auf 10 l) sollen bei der Verbesserung der Wasserbeständigkeit und Wischfestigkeit helfen. (Infos siehe Links unten)

    Und wie gehts der Haustür? Hieran schon etwas gemacht?

    Gruß Jan :-)

    Links Kalkfarbe:
    * http://hollla.npage.de/selber-machen/kalk-kasein-farben.html#
    * http://suite101.de/article/wandfarben-selbstgemacht-a39393

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  2. Hmm, mir kommen zwei Becher Quark (welcher Quark, welche Bechergröße) plus 1l Milch irgendwie viel zuviel vor. Ich würde max. 500g Quark nehmen und keine Milch. Bei Borax klingelt bei mir auch erstmal die Alarmglocke ("Borax darf nach neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht mehr an private Haushalte verkauft werden. Borax steht im Verdacht Schäden am ungeborenen Kind zu verursachen." [Quelle: www.borax.de]). Aber muss natürlich jeder selbst wissen.

    Die Haustür hat jetzt eine Decke :)

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  4. Ole vom Baublog hat jetzt die Tage 2 Becher (1kg) Quark auf 5 kg Sumpfkalk genommen. Es mag zwar auf den ersten Blick komisch sein Lebensmittel an die Wände zu machen, aber der Quark ist das, was das ganze fest macht.

    -> Oles Baublog: http://www.netrogue.de/weblog/diary/20121111/Kalk-Kaseinleimfarbe.html

    Soweit zumindest die Theorie. Was die Praxis angeht, schau ich erstmal, wie ihr euch so schlagt ;-)

    Mit dem Borax hast du recht, wenn du vor hast die Farbe aufzuessen (anderer Name für Borax ist Borsalz - altes Hausmittel gegen alles mögliche).

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  5. Kalkhydrat kann ich nur empfehlen, wenn man es zusammenmischt und oben drauf immer wasser bleibt, kann es auch zwei Jahre stehen und wird nicht hart, man kann immer wieder davon was entnehmen... wichtig eben ist immer einne Wasserschicht drauf lassen... Ich komme aus Tschechien, da wird es grundsätzlich ales mit Kalkputz verputzt, ist super einfach glatt zu kriegen. Hier in Deutschland habe ich nur bei der Verwendung von Rotband gestaunt, dann wird es ja noch glattgeschliffen - oh, was fúr Arbeit...also lieber Kalkputz...:-)

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  6. Hallo,

    Die Fenster solltest du mit einem Fön erwärmen und dann abziehen, dann würdest du auch einen alten Anstrich abbekommen und würdest keine Holzfasern beschädigen. Vorher aber Ölen damit das Holz nicht so schnell verbrennen kann und nur wenn das Öl warm ist vorsichtig abziehen.

    Zum streichen mit Kalk sollte man mindestens drei mal streichen und einen festen Malgrund zu erzeugen ... also Wand kreidet nicht mehr. Im Kalkladen gibt es gute Anleitungen und Mischungsverhältnisse dazu.

    http://www.kalk-laden.de/Beschreibungen-und-Anleitungen

    Wenn man keinen Sumpfkalk hat (Man kauft Weiskalkhydrat und sumpft ihn drei Jahre ein) kann man auch welchen kaufen oder sogar fertig angemischte Kalksystemfarbe.

    André

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