5. Februar 2015

Fensterlaibungen verputzen und Fazit Schilfrohr-Innen-Dämmung nach 3,5 Jahren

Karl-Erwin klang unleidlich: "Du hast die Fenster-Laibungen immer noch nicht verputzt!" und schaute schmollend in seinen Garten.

Ich schob seine schlechte Laune auf das graue Winterwetter. Eigentlich ist er garnicht so.

Hier muss was gemacht werden. Meint vor allem Karl-Erwin.


Aber er hatte recht:
Ich hatte mich lange erfolgreich davor gedrückt. Verputzen. Immer das Gleiche.  Als ich dann aber anfing den Kalkputz zu mischen - drei Teile Mainsand mit einem Teil Weißkalkhydrat und Wasser nach Gefühl - habe ich mich fast ein wenig darauf gefreut. 
Da war er wieder. Dieser vertraute Geruch nach jahrhundertealter Handwerkskunst.
Der Klang, wenn der klebrige Putz von der Kelle zur Glättscheibe wandert. Einen Batzen nehmen, auf die Glättscheibe streichen und dann an die angefeuchtete Wand werfen. Und noch einen. Dann mit der Glättscheibe vorsichtig glatt streichen.
Die Vorfreude auf das fertige Ergebnis. In kurzer Zeit ist die ganze Wand mit einer neuen Schicht Kalkputz überzogen. Die feuchte Masse gibt immer ein leichter Knistern von sich wenn sie an der Wand langsam antrocknet.....

Ich kam wieder zu mir, als der etwa 35. Batzen Putz auf dem Badezimmerfußboden landet. Klatsch!
Der Mist hält auf dem Betonsturz über dem Fenster einfach nicht und ich bin am Verzweifeln. Eine Riesensauerei. 
Dabei wollte ich doch nur kurz das kleine Stückchen rund um das Fenster verputzen damit Karl-Erwin wieder zufrieden ist.

Die Körnung des Sandes bestimmt die minmal Putzstärke

Aber nach und nach geht es besser. Sobald einmal ein Batzen hält kann ich vorsichtig weitermachen. Erst oben, Kelle für Kelle. Dann rechts und links und dann unten. Da fällt der Teil vom Putz, der nicht auf dem Boden gelandet ist, sowieso hin. Das ergibt später die Fensterbank.

Übrigens: Die Feinheit der Oberfläche - also, ob glatt oder rau - hängt nicht vom Kalk ab. Denn Kalk ist ja nur das Bindemittel. Es kommt hingegen auf den Zuschlagsstoff - hier der Mainsand - an. 
Je feiner dieser ist, desto glatter wird später der Putz. 
Das Problem: Feine Sande kann man in der Regel weder im Baumarkt noch beim Kies- und Schotterwerk kaufen. Zumindest hier nicht. Daher bleibe ich bei meinem regionalen Mainsand und der Putz wird eben etwas gröber.

Fensterlaibung mit Fensterbank

Am zweiten Fenster klappt es schon besser. Ist eben doch alles Übungssache. Und der Putz ist nun auch gut durchgezogen. So eine Stunde sollte man ihn nach dem Anmischen ruhen lassen. Die Zeit braucht er. Wie ein guter Hefeteig.

Und den gönne ich mir nachdem ich hinterher das Werkzeug und die Eimer mit Wasser gereinigt habe. Das Kalkwasser bekommt der Garten als Dünger.

Ein großes Stück Hefezopf mit Rosinen. Hmmmm. Nun sind wir beide zufrieden.

Nun nur noch neu streichen
Grüssle, KEF


P.S. Hier noch eine Detailaufnahme der Schilfrohrmatten-Dämmung. Nun bereits 3,5 Jahre alt. Im Bad. In der Dusche. 
Fazit bisher: Es funktioniert. Der Aufbau ist diffusionsoffen, die Luftkammern in den Schilfrohren sorgen für stehende Lust = die Dämmung und kaputt geht das Schilfrohr im Kalkputz auch nicht. Bestens :)

Schilfrohrmatten als Innendämmung nach 3,5 Jahren

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