16. Juli 2013

Kaputtes Mauerwerk (Laibung, Ecke, Putz) ausbessern

Nachdem ich nun endlich aus einem paar alten Fensterläden, zwei alten Schranktüren die nun nach unten verlängerten Fensterläden für die Terrassentür zusammengebaut hatte, mussten sie natürlich montiert werden.


Muss ich nur noch fertig streichen

Dafür war es nötig zwei neue Löcher für die untersten Scharniere zu bohren. Blöderweise ist die Laibung an einem Stück ausgebrochen. 
Normalerweise gehört an die Laibung eine so genannte Eckschiene. Diese ist aber am Haus nirgends vorhanden, nunja, also muss geflickt werden...

Folgendermaßen kann man das Ganze ausbessern.

Einige Dübel und lange Schrauben in das Mauerwerk versenken. Dann die Schraubenköpfe, die ein wenig überstehen müssen mit verzinktem Draht (hier Hasendraht) mehrmals kreuz und quer umwickeln. Dabei muss das Konstrukt soviel Abstand zur Wand haben, dass noch Putzmaterial dahinter passt.
Dann verputzen.



Der Draht sorgt für eine bessere Verbindung. Würde man nur Putz nehmen, könnte es leicht wieder ausbrechen. Ich hoffe dass es halten wird...

Grüssle,
Karl-Erwin's Frau

24. Juni 2013

Rankhilfe/Spalier aus Edelstahl-Seil bauen

An der nun mit Holz verschalten Seite hatte ich schon letzten Herbst ein Waldgeißblatt gepflanzt. Dieses benötigte nun noch eine Rankhilfe.
An die Vorderseite möchte ich eine Ramblerrose pflanzen. Dies ist quasi eine sehr hoch werdende Kletterrose, an der die Blüten in Dolden wachsen. Im Herbst trägt sie Hagebutten (als Vogelfutter für die Wildvögel), im Sommer ist sie eine gute Bienenweide. Dabei sollte man, sofern man Bienen, Hummeln & co. Gutes tun will  - wie bei Blumen eigentlich immer -  darauf achten, dass die Blüten ungefüllt sind. Ungefüllt heißt, dass die Blütenpollen frei zugänglich sind. Bei "normalen" Rosen ist dies nicht der Fall.

Nun gibt es diverse Möglichkeiten von Rankhilfen. Holzkonstruktionen, die man aus Dachlatten auch gut selbst bauen kann, Metall, Edelstahl, etc... Wichtig war mir, dass es, einmal montiert, lange hält, also kam eigentlich nur Edelstahl in Frage. Edelkastanie wäre noch eine schöne Variante, dieses Holz ist aber sehr schwer zu beschaffen. Robinie ist auch sehr lange haltbar.

Ich hatte zuerst bei www.fassadengruen.de zwei Ranksysteme bestellt. Diese wurden zwar auch prompt und komplett geliefert, allerdings ist keinerlei Beschreibung oder Montageinforamation bezüglich Abstände und Winkelabmessungen dabei. "Das können sie frei bestimmen.", wurde mir auf meine Nachfrage geantwortet. Also, wieder eingepackt und zurückgeschickt und zu meinem Lieblings-Werkzeug, Schrauben und Nagel-Händler gefahren. Wenn ich frei bestimmen kann, dann kauf ich lieber lokal.
Nach einigem Hin- und Her fuhr ich dann glücklich heim mit einem Sammelsurium an Stockschrauben, Muttern, Dübeln, Seilverbindern und -spannern und 60m Edelstahlseil (2mm).
Stockschrauben sind Schrauben, die zwei unterschiedliche Gewinde haben. Auf einer Seite zum Reinschrauben in zB Holz oder Dübel, auf der anderen Seite ein Gewinde für Muttern.

Montage

Vor der eigentlichen Montage habe ich mir eine Atrappe mit Nägeln und Wollfaden gebaut. Den Faden habe ich nach jedem Meter mit einer Markierung versehen. So konnte ich nach dem Abspannen sehen, wie viel Seil ich brauche, bzw. übrig habe.
Ich kann das Vorgehen nur jedem empfehlen. Man muss mit dem Seil in bestimmter Reihenfolge durch die Halter, um möglichst wenig schneiden und neu verbinden zu müssen.
Das Seil haben ich dann immer von Hand gespannt und zwischen zwei Muttern festgeklemmt.

Anfang mit einer Schlaufe eingehängt
Wenn man die Muttern ein wenig weiter nach hinten dreht, hat man später noch die Möglichkeit davor weiteres Seil zu spannen mit einer dritten und vierten Mutter.

Irgendwo zwischendrin

An der vorderen Giebelseite war bohren und dübeln nötig. Allerdings habe ich festgestellt, dass ich die Dübel der Gerüsthaken wiederverwenden kann. Daher warte ich nun auf meine Gerüstbauer, damit ich die Seite auch fertig stellen kann.



Holz und Begrünung...

... ist eigentlich keine gute Kombination, da das Holz unter den Blättern nicht gescheit abtrocknen kann. Hier sollte man, wenn man es machen möchte, einen großen Abstand zur Wand (10cm) und auf keinen Fall eine immergrüne Pflanze verwenden. Ich hoffe, dass es mit dem Geißblatt funktionert, wenn nicht gibt es immer noch die Gartenschere...

Grüssle,
Karl-Erwin's Rankhilfe



20. Juni 2013

Dachsanierung Altbau - Teil 10 (Dämmung flocken und Fassadenverkleidung)

Die lustigste, wenn auch staubigste Arbeit war das Ausflocken der Hohlräume in Dach und Drempel.


Genialer Name!

Dafür wurde der Zellofant aufbebaut. Die Tonne funktioniert wie ein großes Rührgerät mit Staubsaugergebläse. Durch einen langen Schauch werden die Flocken dann in die Hohlräume geblasen und die Löcher, die vorab in die Pavatex von außen gesägt wurde, dann wieder verklebt. Eine Arbeit von wenigen Stunden. 

An dem Tag habe ich quasi 1,5 Tonnen Zeitung in den Zellofant geschüttet in Säcken zu 15kg. Kein Spaß, aber irgendwie war's auch witzig.


1,5 Tonnen Zeitungsflocken

Letztendlich bestehen die Flocken aus Zeitungen, welche mit Borsalz brandungefährlich gemacht wurden.
So sehen die Zellulose Flocken aus

Die Fassadenverschalung der Nord-West Seite besteht aus 60mm Pavatex-Platten, die mit Dämmstoffdübeln direkt auf die Fassade gedübelt werden. Im Spritzwasserbereich nimmt man statt Pavatex Styrodur-Platten.


Oben Pavatex, unten Styrodur

Auf die Pavatex kommt dann eine Unterkonstruktion aus Kanthölzern und Dachlatten. Darauf dann die Boden-Deckel-Verschalung. Wichtig sind die Tropfkanten am unteren Ende der Hölzer. Diese werden immer (bei allen Holzkonstruktionen) im 30°-Winkel gesägt. Das sorgt dafür das das Wasser am besten abtropfen kann und das Holz nicht beschädigt. Waagerechte Stellen sind mit Blech geschützt. 

30°-Winkel als Tropfkante

Blech an den waagerechten Stellen
Die Hohlräume sowohl am Dach zwischen Pavatex, Lattung und Konterlattung, als auch hinter der Fassadenverkleidung werden mit Lüftungsgittern vor Getier geschützt. Diese Gitter müssen vor dem Verschließen gut gesäubert werden, damit die Luft richtig zirkulieren kann.



Lüftungsgitter

Und so sieht es nun aus.




Und das Dach ist natürlich auch schon fertig. :)



Jetzt geht es noch an die Befestigung eines Ranksystems. Ich hatte zuerst eine fertige Lösung gekauft, die mir dann doch nicht gefallen hat. Jetzt wird es eine Konstruktion aus Edelstahl werden. Mehr dann demnächst zum Nachbauen...

Achja, an dem Tag waren es 39,8°C....

Grüssle,
Karl-Erwin's Dachdeckerin



18. Juni 2013

Der Horror hat einen Namen "Leitungenunterputzlegen"

Es fing eigentlich ganz harmlos an mit ein paar Meter Leitung, einer billigen und schlechten, aber immerhin vorhandenen Schlitz-/Mauernutfräse und einem ähnlich gearteten Baustaubsauger.


Meine erste komplett selbst gesetzte Steckdose
Nach dem Fräsen und Klopfen der Schlitze musste ich wirklich sehr schweren Herzens meine über alles geliebte 50er Jahre Tapete zumindest teilweise entfernen. Hätte ich das mal besser gelassen. Meine Vermutung, dass Karl-Erwin nur von der Tapete zusammengehalten wird hat sich mal wieder teilweise bestätigt.


Da war noch alles bestens
Das was dann kam, nämlich dass ich den kompletten Außenputz im Flur abklopfen musste, war so heute eigentlich nicht geplant gewesen.




Gruselkabinett

Ich bin gerade fertig geworden. Jetzt ist es 22 Uhr, um 7:30 stand ich heute morgen noch im Gemüsegarten und dachte an nichts Böses... 
Und wenn ich daran denke, dass es noch drei Zimmer gibt, die Tapete an der Außenwand haben gruselt es mich noch mehr. Ich werde langsam zu alt für sowas.
Aber scheinbar wollte mich Karl-Erwin mal wieder daran erinnern, dass ich schon lange nichts mehr verputzt habe. So sei es.



Die Sandalen durften mitduschen

11. Juni 2013

Treppendurchbruch für Zugang zum Dachboden

Zwischendurch mal wieder etwas vom Innenausbau.
Da ja nun im Spitzboden die groben Vorbereitungen für ein traumhaft schönes Zimmer fertig sind und die Ausziehtreppe denkbar ungünstig lliegt muss noch eine neuer Durchbruch durch die Decke im 1. Stock nach oben, bzw. von oben nach unten. Bei einer Holzbalkendecke kein großes Problem und in 1 Tag Arbeit erledigt.

Dafür die Decke von unten so absprießen (Das Metallding ist ein Sprieß, der läßt sich reinklemmen und dann per Gewinde in der Höhe feststellen) wie unten. Die Schaltafel (das Brett oeben) ist genau so breit, dass ich rechts und links davon rauskomme. Die Deckenbalken liegen nun quasi links und rechts an der langen Seite der Tafel. Dabei immer das Brett am Sprieß festschrauben oder nageln!!! Dann kann er nicht aus Versehen umfallen und jemanden oder etwas erschlagen.



Von oben am besten vorab einmal grob anbohren und unten schauen wo man rauskommt. 


Suche nach dem Deckenbalken
Dann habe ich mit dem Meißelhammer vorsichtig die waagerechten Schichten abgetragen bis ich am Oberputz der Decke ankam. Das hört man dann auch, denn es klingt hohl. Den Deckenputz kann man dann per Hand wegkratzen/stemmen, dann beschädigt man das Brett darunter nicht.

Da ich nicht genau wusste wie haltbar die Decke ist und der Meißelhammer doch ziemliche Schläge abgibt habe ich mich vorsichtshalber immer über den Stellen wo entweder eine Wand oder ein Dckenbalken darunter waren, bewegt. Bei so einer Aktion kann es schonmal vorkommen, dass etwas wegbricht, was nicht dafür vorgesehen war. Dann ist es besser, man fällt nicht mit einen Stock tiefer.


Das erste Loch nach unten (ein Astloch im Brett)
 Wenn das erste Loch bis auf's Brett mal geschafft ist, lassen sich die restlichen Stücke ganz einfach ausmeißeln.
Immer von außen nach Innen in Richtung Leerraum stemmen, so dass das Material abbrechen kann, sonst tut man sich unnötig schwer.


Feld 1 zwischen zwei Balken geschafft



Nun musst noch ein Wechsel hergestellt werden. Ein Wechsel ist die Querstrebe nach Rausnehmen eines eigentlich durchgehenden Balkens oder Sparrens (im Schrägdach). Im Bild oben wird quasi der mittlere Balken (nach absprießen) durchgeschnitten und dann wieder mit den äußeren Balken mittels Balkenschuhe (Metallvorrichtung zur Befestigung eines Balken) verbunden, so dass die Festigkeit wieder hergestellt ist. Dann habe ich ein etwa 1,40 x 1,50m großes Loch für die spätere Treppe.

Bis dahin verwende ich nun erstmal die alte Bodentreppe, die ich ausgebaut habe.
Eigentlich ist sie viel zu schade für' Lagerfeuer...


Provisorium aus alter Bodentreppe
Einmal mit Leinöl geölt schaut sie wieder richtig gut aus:

Die Optik bekommt man eben nur bei altem Holz

Das war also mein heutiges Plädoyer für mehr Deckendurchbrüche. Hat übriges weniger Staub und Dreck verursacht als ein Wanddurchbruch, da die Steine durch das darunter liegende Brett nicht nach unten fallen konnten.

Grüssle,
KEF